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Coronavirus und Grippeimpfung

Erfahrungsgemäss erleben wir jedes Jahr zwischen Dezember und März eine Grippewelle, die mehr oder weniger stark ausfällt. Wir wissen nicht genau wann sie kommt und welche Viren sie im Gepäck hat. In diesem Winter befinden wir uns in einer besonderen Situation, da wir schon mit dem Coronavirus genügend beschäftigt sind. Schon bei der ersten Welle mit dem Coronavirus wurde ein Zusammenbruch des Gesundheitssystem befürchtet, was Dank verschiedenster Massnahmen zum Glück nicht eingetroffen ist. Dieses Gesundheitssystem könnte bei einer starken Grippewelle an verschiedenen Stellen dekompensieren.

Was hat nun die Grippeimpfung mit dem Coronavirus zu tun?

Das Coronavirus und die Grippeviren können jedes für sich das Gesundheitssystem fordern oder sogar überfordern. Wenn nun beide gleichzeitig ihre Aktivität entfalten, könnte dies für unser Gesundheitssystem sehr rasch zu einer Belastungsprobe mit Dekompensation führen. Bei einem raschen Anstieg von Erkrankten, die hospitalisiert werden müssen und einem gleichzeitig hohen Anteil von Erkrankten beim medizinischem Personal, wäre sehr bald nicht mehr die Infrastruktur, sondern die Personalknappheit der limitierende Faktor. Solche Szenarien sind aus Norditalien seit dem Frühjahr bestens bekannt.

Während man sich gegen das Coronavirus «noch nicht» impfen kann, ist dies bei der Grippe möglich. Mit den heute zur Verfügung stehenden 4-fach Impfstoffen stehen die «Impfchancen» sehr gut.

Wer sollte sich nun bevorzugt gegen Grippe impfen lassen?

Es sind dies vor allem 2 Personengruppen: Die Risikopersonen (Alter > 65, Menschen mit einer chronischen Krankheit, Schwangere) und Kontaktpersonen von Risikopersonen (medizinisches Personal, Betreuende in Institutionen). Wenn diese beiden Personengruppen nicht an Grippe erkranken, haben wir kein krankheitsbedingtes Personalproblem und bei den Risikopersonen kann das Hospitalisationsrisiko so klein wie möglich gehalten werden. Die Grippeimpfung ist keine Garantie, aber eine grosse Chance, die wir nutzen sollten.

Dr.med. Ignaz Hutter, praxis am rhy AG, 9451 Kriessern